Für Sie gelesen & gefunden

Wo Männer bei psychischer Belastung Hilfe finden können


Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Erschöpft, niedergeschlagen oder einsam: Sich bei psychischen Belastungen Hilfe zu suchen, fällt Männern häufig schwer. Es gibt jedoch verschiedene Hilfsangebote, die sich mitunter speziell an Männer richten.

«Es geht generell darum, eine Form der Unterstützung zu finden, die zum eigenen Leben passt», sagt die Psychologin Katharina Piekorz. Entscheidend sei, aus eigenem Antrieb Probleme angehen zu wollen.

Piekorz verweist etwa auf spezielle Beratungsstellen für Männer, niedrigschwellige Angebote wie Telefonseelsorge oder kirchliche Männerkreise. Eine Übersicht zu Beratungsangeboten in unterschiedlichen Themenfeldern finden Interessierte auch auf dem bundesweiten Portal «maennerberatungsnetz.de» des Bundesforums Männer. Daneben kann auch die Hausarztpraxis Anlaufstelle sein.

Hilfe anonym möglich

Wichtig ist es Katharina Piekorz zufolge, eine Fachkraft zu finden, «mit der es zwischenmenschlich passt und wo man sich dann auch auf Augenhöhe gut begleitet fühlt».

In vielen Fällen ist eine Beratung auch anonym möglich, etwa telefonisch, via Videocall ohne Kamera, Mail oder Chat. Das kann für Betroffene manchmal entscheidend sein. «Neben der Vertraulichkeit, die ja immer gilt, brauchen manche ein besonderes Maß an Diskretion», stellt Piekorz fest.

Anschubsen zum Hilfe-Suchen 

Und auch Angehörige und Freunde können aktiv werden. Laut Piekorz sollten sie ruhig und konkret ansprechen, wenn sie Veränderungen beobachten. Ein Beispiel: «Ich merke, dass du dich verändert hast. Du ziehst dich immer weiter zurück, du schweigst oder stürzt dich in die Arbeit. Ich mache mir Gedanken, wie es dir geht.» Dabei sollte man Wertschätzung und Verbundenheit ausdrücken - etwa: «Du bist uns wichtig, wir brauchen dich, wir möchten, dass es dir gut geht.»

Darüber hinaus könne man konkrete Informationen und Anlaufstellen weitergeben. «Zum Hilfe-Annehmen kann man niemanden zwingen, aber ein kleines Anschubsen darf aus meiner Sicht durchaus sein - manchmal hilft es, einen konkreten Flyer vor die Nase zu halten oder einen Link zu einem passenden Angebot zu schicken», sagt die Psychologin. «Wenn man dann ein niedrigschwelliges, männerfreundliches Angebot hat, kann das vielleicht die Chance erhöhen, dass es angenommen wird.»


Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
(26.10.2026)


TV-Tipps

meine apotheke Flyer

Für Sie gelesen

Thema des Monats

Pflanze des Monats

Ratgeber

Mobilversion anzeigen